Patienteninformation August 2020

Liebe Patientinnen, liebe Patienten, Begleitpersonen und andere Besucher

Unsere Sommerferien sind vorbei und wir begegnen uns wieder in der Arztpraxis. Grosse Reisen waren ja nicht möglich. Wir alle hatten diese Pause nötig. Bei mir und meinem Mann sind die Ferien nicht so verlaufen, wie wir es uns vorgestellt hatten. Unversehens ist mein Mann kurz vor den Sommerferien selber zum Patienten geworden. Eine Tumorkrankheit wurde diagnostiziert und er hat bereits eine erste Chemotherapie hinter sich. Aus diesem Grunde wird er in der Praxis voraussichtlich für ca. 4 Monate ausfallen.
Der Zufall hat es gewollt, dass sich vor einigen Wochen der Spital-Kardiologe Dr.med. et phil.nat. Andreas Indermühle bei ihm gemeldet hat. Herr Dr.Indermühle informierte sich, wie man den Praxiseinstieg planen könnte. Nun ist vorgesehen, dass er in unser Ärztezentrum als Kardiologe einsteigen wird. Im Moment warten wir noch auf die notwendigen Bewilligungen. Er wird zusammen mit Dr.med.M.Studer, die kardiologisch zugewiesenen Patienten beurteilen. Herr Dr.Indermühle hat eine exzellente kardiologische Ausbildung und ist aktuell Leitender Arzt in Chur, wo er auch invasiv tätig ist. Wir freuen uns, dass hier so rasch eine Lösung gefunden werden konnte und hoffen, dass er bald mit seiner Arbeit hier beginnen kann. Sehr gerne möchte er noch vom Fachwissen von Prof.Dr.med.M.Zuber und seinen Fähigkeiten profitieren. Mein Mann wird ihn auch entsprechend in die Praxistätigkeit einführen.

Meinem Mann geht es den Umständen entsprechend sehr gut. Allerdings ist er jetzt mit der Patientenseite konfrontiert. Eine Chemotherapie ist ihm wie ein Druidentrank, gemischt von Miraculix aus Asterix und Obelix vorgekommen. Aus dem Spital hat er mir einen entsprechenden Cartoon geschickt, was mir trotz allem Ernst der Lage ein Lachen entlockt hat. So habe ich als Angehörige die Spitalwelt auch von der Gegenseite betrachten und erleben können. Plötzlich ist man der Medizin ausgeliefert mit allen Ängsten, die Sie alle als Patienten ja gut kennen. Informationen werden haufenweise abgegeben, man liest sie, muss es verarbeiten und dann auch noch verstehen. Was löst die Therapie aus, hat man mit Übelkeit zu kämpfen, fallen die Blutzellen ab etc.. Solche Schilderungen habe ich von Ihnen in meiner langjährigen Tätigkeit schon oft von Ihnen gehört. Ich versuchte sie zu begleiten, Ihr Vertrauen in den eigenen Körper zu stärken. Mein Mann ist erschüttert von der Tatsache, dass er von allem nichts bemerkt hat. Er fühlte sich gesund und fit, ein Labortest im Rahmen der Nachsorge liess ein Rezidiv des vor Jahren operierten Tumors vermuten. Die nachfolgenden Untersuchungen haben dann die Vermutung bestätigt. Trotz den schlechten Nachrichten ist der Tumor aber auch in diesem Stadium heilbar. Es braucht aber die entsprechende mehrwöchige Therapie. Ich hoffe natürlich sehr, dass die Therapie gut ertragen wird und auch so anschlägt, wie wir uns das wünschen.

Nach diesen Schilderungen können Sie sicher auch verstehen, warum ich bei der Frage nach meinem Ergehen ausweichend geantwortet habe. Zudem konnte ich die Wünsche nach schönen Sommerferien Ihrerseits nicht so richtig werten. Allerdings konnte ich in dieser Zeit unser Haus und den Garten erkunden und beleben. Zudem hat mich mein Mann prima bekocht, das ist eines seiner Hobbies und eine Beschäftigung ist sowieso notwendig. Alles passiert ein bisschen gemächlicher, wir unternehmen gemütliche Spaziergänge in der Umgebung und haben trotzallem gute Stunden zusammen verbringen dürfen.

Neu im Team werden Sie Frau Indra Meyer begegnen, die als Lehrtochter Ihre Ausbildung zur MPA in Angriff nimmt. Ich wünsche ihr einen guten Start. Auch den Lehrtöchter Arbrie Gjuraj ( 2.Lehrjahr ) und Ronja Sommer (3.Lehrjahr ) wünsche ich einen möglichst normalen Schulbetrieb im Covid-Modus. Covid wird uns noch länger begleiten und als öffentliche Institution möchte ich Sie bitten, in der Praxis nach Möglichkeit eine schützende Maske zu tragen. Diese sind ja jetzt auch zu einem vernünftigen Preis überall erhältlich.

Ihre Frau Dr.med.Claudia Zuber-Bürgisser

Patienteninformation Sommer 2020

Liebe Patientinnen, liebe Patienten, Begleitpersonen und andere Besucher

Bereits haben wir den längsten Tag hinter uns gelassen. Eine längere Regenperiode mit ergiebigen Niederschlägen haben die Natur beglückt. Im Wald ist es wieder feucht und Morgennebel haben sich durchs Land geschlichen. Manchmal wirkt es fast tropisch. Die Farne stehen mannshoch, das Unterholz ist sehr dicht. Dier Erdbeeren sind auf den Felder gross geworden. Bei uns ist auch Konfitüre eingekocht worden. Viel Freude hat uns der Kirschbaum bereitet, der sehr viele Früchte getragen hat, zwar klein aber sehr fein, sodass ich von diesen auch einige verschenken konnte. Einzelne Patienten und auch meine Mitarbeiterinnen und besonders Dr.Studer haben sich daran gefreut.

Die Lockerungsmassnahmen des Bundes auf Grund der Covid-Pandemie haben uns alle sehr gefreut. Befreiend für mich war, dass das Fünfliber-Turnen des Damenturnvereins wieder eröffnet worden ist. Zwar hat das nicht in der Turnhalle sondern draussen mit einer Walkingrunde stattgefunden, ein nächstes Treffen ist mit Velo angesagt. Ich habe mich richtig auf diese Begegnungen gefreut und die auch altersdurchmischte Gruppe hat zusammen eine Runde bis zum Möriker Birchweier unter die Füsse genommen. Ich konnte mich mit den Frauen austauschen und habe gehört, wie es mit Homeoffice und Schulkindern zu Hause gelaufen ist.

Bei uns in der Praxis ist es so, dass Frau Lisa Hartmeier auf Ende Juni die Praxis nach dieser Praxisassistenzzeit verlässt. Sie hat mich sehr gut unterstützen können. Nach einer Ferienreise wird sie ihre Weiterbildung zur Hausärztin fortsetzen. Vorläufig werde ich die Grundversorgerpraxis also alleine weiterführen. Auf den Herbst steht möglicherwiese wieder eine Praxisassistenzarzt zur Verfügung. Ich werde Sie entsprechend informieren. Es bedeutet, dass wir vorderhand mit Aufnahmen neuer Patienten sehr zurückhaltend sein müssen. Ebenso werden meine MPA`s eingesetzt werden für Kontrollen, z.B. Blutdruck und oft werden sie z.B. Beratungen bezüglich der Medikamenteneinnahme oder vorallem bezüglich des Lebensstils vornehmen. Frau Manuela Widmer sorgt sich um Diabetes und Ernährung. Alle helfen mir zum Beispiel, ein längeres Rezept zu erstellen, was mir mehr Zeit zum Gespräch mit Ihnen bietet. Hier gehört unserem Team auch ein grosses Dankeschön.

Bedauerlicherweise ist unserer leitende MPA Fr.Daniela Zanga aus gesundheitlichen Gründen weiterhin in einem kleinen Pensum im Homeoffice tätig. Sie steht uns allen beratend zur Seite und besucht die Praxis jeweils zu Zeiten, wo es nicht viele Patienten in der Praxis hat. Der Austausch mit ihr ist für uns sehr wichtig. Seit 1987 begleitet sie mich und kennt Ihren Arbeitsort mit allen Feinheiten in- und auswendig.

Frau Céline Weyeneth hat die Prüfung erfolgreich bestanden, Gratulation. Wir haben uns entschlossen, sie weiterhin im Team als MPA zu behalten. Sie wird sich neben den allgemeinen Tätigkeiten vor allem in der Schrittmacher Sprechstunde einbringen, wie sie mit den Kardiologen zusammen die Kontrollen durchführen wird und die Patientinnen und Patienten mit ihren Anliegen begleiten wird.

Ab August werden Sie auch der neuen Lehrtochter Indra Meyer begegnen. Ich wünsche ihr einen guten Start.

Ich wünsche Ihnen sehr schöne Sommertage. Hoffentlich wird es nicht allzu heiss. Ich wünsche mir auch hin und wieder einen abkühlenden nicht zu heftigen Regenguss, um die Natur atmen zu lassen.

Ihre Frau Dr.med.Claudia Zuber-Bürgisser

Patienteninformation Mai 2020

 

Liebe Patientinnen, liebe Patienten, Begleitpersonen und andere Besucher

 

Zwischenzeitlich haben wir bereits die zweite Phase der Aufhebung des Lockdowns hinter uns. Mir waren der Coiffeurbesuch wichtig und zudem konnte ich es nicht lassen, das Gartencenter zu besuchen und hier Blumen und neue Zimmerpflanzen einzukaufen. Eine Errungenschaft aus diesem Einkauf begegnet Ihnen in der Orchidee bei uns an der Theke. Unser Empfang ist immer noch mit Plexiglas abgeschirmt. In Kürze wir mein ehemaliger Schulkamerad und Hausschreiner Ueli Wirz den grossen Kasten entfernen und etwas Leichteres aus Plexiglas aufstellen, damit wir diese Ecke wieder nutzen können.

 

Am 4.5.20 hat Frau Lisa Hartmeier, med, pract. ihre Arbeit als Praxisassistenzärztin bei mir aufgenommen. Sie musste noch einen Monat länger an der Stelle im Spital bleiben, weil sich ja alle vor einem Patientenansturm gefürchtet haben. Statt der ursprünglich vorgesehenen 3 Monaten, wird Sie bis anfangs Juli bei mir bleiben. Wie es dann weitergeht, werden Sie zur gegebenen Zeit erfahren. Ich bin immer auf der Suche nach Assistenzärzten, die in der Hausarztpraxis arbeiten wollen, um einen Einblick in diese vielfältige Tätigkeit zu erhalten. Immer spielt dabei der Hintergedanke mit, dass jemand sich für Othmarsingen interessiert und ggf. hier einsteigen möchte.

 

Nach diesen zwei für die Bevölkerung sehr anstrengenden Monaten bin ich wirklich erleichtert, dass es wieder offener wird. Ich kann doch auch Senioren empfehlen, ihre Enkel wieder zu sehen und kurz zu herzen, sowie mal einen kleinen Einkauf selber zu machen. Man muss sich ja nicht stundenlang in einem Supermarkt aufhalten. Mittlerweile ist es auch für jeden möglich eine Hygienemaske zu besorgen. Vom Einsatz dieser Maske bin ich wirklich überzeugt. Sie hält die Tröpfchen zumindest teilweise fern. Der Wunsch wieder unbeschwert zu spazieren ist aufgetaucht, es zieht die Leute geradezu nach draussen. Dem ist auch nichts entgegen zu halten.

 

Zwischenzeitlich sind auch immer mehr Informationen bezüglich der Covid 19 Erkrankung zu erhalten. Man muss sicher weiterhin auf der Hut sein. Distanzhalten, Händehygiene, Maskentragen dürfen wir alle nicht unterlassen. Für mich ist die Tatsache, dass die Ansteckungsmöglichkeit schon gegeben ist, bevor eine Person erkrankt, nämlich zwei Tage vorher, ein wichtiger Hinweis, dass wir uns eben an diese Regeln halten sollten. So schützen wir uns am besten. Offenbar bedeutet sprechen, da kommen wir ja nicht darum herum, auch Tröpfchenausstoss, diese fallen aber sicher nach einem Meter zu Boden oder landen in der Maske. So erklärt es sich, dass die 2 m Distanz sinnvoll sind. Nach Vorgabe des BAG haben wir für unsere Praxis ein Schutzkonzept erarbeitet. Einerseits betrifft es Sie, liebe Patientinnen und Patienten, so wie sonstige Besucher. Telefonische Anmeldung ist unerlässlich. Patienten mit Infektzeichen werden an Randzeiten einbestellt. Sie desinfizieren die Hände beim Eingang und falls Husten vorhanden, bekommen Sie von uns eine Hygienemaske. Unsere MPA`s weisen Sie an, entweder im Wartezimmer Platz zu nehmen, direkt ins Zimmer zu kommen, ggf. im Gang oder sogar draussen zu warten, damit es möglichst wenig enge Kontakte gibt. Diese sind ja nicht zu vermeiden, sollten aber möglichst kurz ausfallen. Bei uns tragen wir bei Patientenkontakten immer Masken, desinfizieren und waschen unsere Hände gründlich. Ebenso werden Flächen und Türklinken regelmässig desinfizert. Herzlichen Dank an mein Team!

 

Falls wieder eine Person erkranken würde, dann kommt jetzt das Contact Tracing zur Anwendung. Der Kanton versucht die Kontaktpersonen, man rechnet pro Erkrankten mit 20 Leuten, zu eruieren und entsprechend in Quarantäne zu schicken. Falls 10 Tage keine Symptome auftreten, dann ist man nicht infiziert worden. Auch hier gilt die Regel, Personen mit Abstand von weniger als 2 m, ohne Maske und mehr als 15 Min. am Stück, sind die Gefährdeten. Im Kanton Aargau wurde ein Zentrum geschaffen, dass diese Menschen ausfindig macht und entsprechend informiert. Neu ist auch ein Antikörpertest durchführbar. Unser Labor Viollier ist jetzt bereit für diese Untersuchungen. Es bedeutet eine venöse Blutentnahme. Das Resultat dürfe auch nach einem Tag erhältlich sein.

 

So und nun freue ich mich an all den toll frisierten Damen, der wieder aufkeimenden Lebenslust und habe auch gar nichts dagegen Ihnen auf einem meiner seltenen eigenen Einkaufstouren zu begegnen, falls wir uns unter vorgehaltener Maske überhaupt erkennen.

 

 

Ihre Frau Dr.med.Claudia Zuber-Bürgisser

Patienteninformation Ende April 2020
Liebe Patientinnen, liebe Patienten, Begleitpersonen und andere Besucher
Ich schreibe diese Patienteninformation am letzten Wochenende des schweizerischen Lockdowns während der Corona Pandemie. Erleichtert habe ich zur Kenntnis genommen, dass die Massnahmen gelockert werden können und unsere Praxis auch wieder zum Normalbetrieb zurückkehren kann, selbstverständlich mit den nötigen Vorsichtsmassnahmen. Speziell Social Distancing.
In unserer Praxis versuchten wir in dieser Zeit Patienten sofort zu beraten und ins entsprechende Behandlungszimmer zu begleiten, das Wartezimmer wurde selten benutzt und die 2m Distanz so eingehalten. Mit einer Plexiglaskonstruktion hat die Schreinerei Wirz dem Empfang sofort abgeschirmt, so dass auch neben der Distanz ein Virenhindernis im Raum steht.
Unser Team wurde vorübergehend reduziert. Wir arbeiteten in 2 Teams, damit auch die Mitarbeiterinnen nicht auf zu engem Raum zusammensitzen mussten.
Ein Patient mit Infektzeichen, Husten, Halsschmerzen Fieber, wurde als solcher bereits am Telefon beraten. Die MPA fragte nach den Krankheitszeichen und entschied, ob der Patient die Praxis aufsuchen muss, viele konnten zu Hause bleiben und eine Therapie der Grippesymptome in Eigenregie wahrnehmen. Grosszügig stellte ich Arbeitsunfähigkeitszeugnisse aus ohne dass ich den Patienten gesehen hatte.
Falls es doch nötig war, dass jemand die Praxis aufsuchen musste, wurden die Betreffenden mit einem Mundschutz ausgestattet, mussten die Hände desinfizieren und wurden sofort ins Sprechzimmer gesetzt. Auch wir arbeiten alle nun mit Mundschutz. Diese sind ja knapp und im Sinne des Recyclings haben wir begonnen diese nach Gebrauch zu sterilisieren und dann erneut zu verwenden. Es ist für uns immer noch nicht möglich auf dem üblichen Weg Mundschütze zu bestellen.
Abstriche führe ich mit den improvisierten Schutzmassnahmen in unserer Garage durch. Arztkittel, Mundschutz, Handschuhe und Schutzbrille. Händewaschen und Händedesinfektion ist sehr wichtig. Ich erinnere mich auch noch an die Zeit der Schweinegrippe, damals hatten wir bereits grosszügig in allen Zimmern Desinfektionsmittelspender angebracht. Ein solcher wurde im Windfang montiert. Auch hier ist mir mein Klassenkamerad Ueli Wirz sofort zu Hilfe geeilt.
Von Seiten der Kardiologie wurden viele nicht unbedingt sofort durchzuführende Untersuchungen auf die Zeit nach Covid verschoben, so werden diese Sprechstunden erst am 27.4. im normalen Ausmass von Dr.med.M.Studer und Prof. Dr.med.M.Zuber wahrgenommen werden. Ein typisches Beispiel waren die Schrittmacherkontrollen, die allesamt verschoben werden mussten, jetzt dann aber wieder stattfinden können. Es bedeutete für unsere Mitarbeiterinnen viele Telefone. Auch hier nochmals ein herzliches Dankeschön.
Unsere Lernenden haben Fernunterricht, sie besuchen die Schule nicht. Unsere Lehrtochter im 3. Lehrjahr bereitet sich auf die Abschlussprüfung vor, wie diese stattfinden wird, darüber herrscht noch Unklarheit. Es gibt also sehr viele neue Aspekte. Ich selber werde am 6.5. erstmals eine Fortbildung als Videokonferenz erleben. Das ist alles Neuland. Mir fehlen die persönlichen Kontakte sehr.
Und dann freue ich mich, dass ich doch mit unseren Pferden ins Freie darf. Wir machen immer noch gemeinsam Ausritte, das geniesse ich jeweils sehr. Zudem erlaube ich mir, eine Walkingrunde im Bünztal, um einigermassen fit zu bleiben, da ja eben das wöchentliche Turnen im Moment auch ausfällt. Irgendwie hatte ich plötzlich viel mehr Zeit, die Abende waren nicht besetzt. Wir haben zusammen gekocht und gegessen. Die gehamsterte Hefe wurde zu Ostergebäck und Zopf umgewandelt und freute uns sehr. Das Telefon benutzte ich rege, viel mehr als sonst, da wir auf die meisten Besuche einfach verzichteten. Und trotzdem konnte ich es nicht ganz lassen und habe einer Freundin ein Osternestli vorbeigebracht. Der Schwatz am Gartenzaun wurde sehr geschätzt. Und mein Mann hat seine betagte Tante mit frischen Spargeln überrascht, alles mitgebracht. Sie war richtig gerührt. Es sind Kleinigkeiten, die in dieser noch nie dagewesenen Krise Freude bereiteten.
Ich wünsche Ihnen auch Augenblicke zum Freuen und hoffe, dass wir den Ausstieg aus dem Lockdown zusammen gut meistern können. Meiner Meinung nach hat hier der Bundesrat und der ärztliche Berater Daniel Koch sehr entschieden und angemessen gehandelt. Ich wünsche mir, dass bald alle Gewerbe wieder zum Laufen kommen. Ich freue mich schon aufs Gartencenter.
Ihre Frau Dr.med.Claudia Zuber-Bürgisser

Patienteninformation Corona-Pandemie 3/2020

 

Liebe Patientinnen, liebe Patienten, Begleitpersonen und andere Besucher

 

Nun erobert das Corona Virus unsere Welt und hält uns täglich in Atem. Alle Nachrichten, alle Zeitungen, all unsere Gespräche  sind voll davon. Die medizinischen Einrichtungen, also auch Arztpraxen, sind mit diesem Virus konfrontiert. Ich möchte Ihnen die aktuellen Auswirkungen auf unseren Praxisbetrieb aufzeigen.

 

Unsere MPA`s sind aktuell die wichtigsten Mitarbeiterinnen. Sie besprechen mit den anrufenden Patienten die Situation. Grippale Symptome können natürlich eine Grippe, eine sonstige Erkältung ( andere Viren ) oder eben die Covid 19 Infektion bedeuten. Grippale Symptome sind Fieber, Husten, Halsschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl. Aktuell raten wir hier, nicht mehr an die Arbeit zu gehen und stellen auch grosszügig Arbeitsunfähigkeitsatteste für 5 Tage aus. Allerdings müssten wir das gemäss Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit gar nicht mehr tun. Hier sind wir aber auch im Wissen um die manchmal kritischen Hinterfragung am Arbeitsplatz konsiliant. Die Arbeitgeber sind gebeten, eine Absenz von 5 Tagen in der aktuellen Situation ohne Arztzeugnis zu akzeptieren.

Die üblichen Medikamente bei Grippe sollten die Krankheitssymptome lindern können, ich verweise auf Paracetamol ( Dafalgan, Benuron, Tylenol etc.), ggf. Hustensirup, Lutschtabl.. Alles kann rezeptfrei in der Apotheke bezogen werden. Bei Verschlechterung des Allgemeinzustandes, Husten, Fieber, vermehrte Atemnot sollten Sie sich unbedingt in der Praxis oder auf einer Notfallstation melden. Bitte nicht einfach hingehen, zuerst anrufen.

Auch der Aargauische Ärzteverband hat eine Corona Virus Hot Line mit einer Gratistelefon. Nr. eingerichtet  0900 401 501. Daneben gibt es die Notfall Nr. für den ganzen Kanton 0800 401 501 ( kostenpflichtig ) für die anderen medizinischen Probleme.

 

Wie es aussieht, wenn die Schweiz, resp. die Welt stillsteht, das werden wir in den nächsten Wochen erleben. Ich habe die Merkblätter zur Quarantäne und zur Selbstisolation gelesen und hoffe, dass ich eine solche Massnahme nicht anordnen muss. Das wird aber der Fall, sobald ein Corona Test positiv ausfällt, sei es bei einem Patienten, bei Mitarbeitern oder bei einem selber. Man weiss, dass die Krankheit wie eine Grippe verläuft, normalerweise also 4-7 Tage dauert, dann muss man anschliessend 2 Tage ohne Symptome sein, dann dürfte man wieder den normalen Tätigkeiten nachgehen. Leider gibt es die schweren Fälle, die mit einer schweren Lungeninfektion und Organversagen einhergehen, die evtl. eine Intensivstationtherapie mit künstlicher Beatmung notwendig machen. Man rechnet auch im Aargau mit diesen Fällen. Falls eine Patientenverfügung vorhanden ist, die besagt, dass keine Hospitalisation gewünscht wird, z.B. bei einer betagten Person, dann kann die Betreuung in der aktuellen Wohnsituation weitergeführt werden, das bedeutet z.B., dass jemand im Altersheim an einer solchen Lungenentzündung sterben könnte resp. dürfte.

 

Die Corona Testung werde ich gemäss neuestem Stand nur bei Patienten vornehmen, die wirklich krank sind und in die Praxis kommen müssen. Es geht auch um die Entscheidung, ist eine Hospitalisation notwendig oder nicht. Zudem sind Mitarbeiter im Gesundheitsbereich, z.B. Pflegefachleute bei Krankheitssymptomen zu testen. Diese sollten ihren Tätigkeiten bei Patientenkontakten nicht nachgehen, ich denke dabei an unsere Alters- und Pflegeheime, wo sich eben die besonders gefährdeten Menschen befinden. Sie dürfen erst wieder an den Arbeitsplatz zurück, wenn sie 48 Std. symptomfrei sind, dann sind sie Covid 19 immun.

 

Und Sie, resp. wir halten uns akribisch an die Hygienevorschriften, Distanz halten, kein Händeschütteln, Hände gründlich waschen, Niessen und Husten in ein Taschentuch oder die Ellenbeuge, Desinfektion der Hände und bei uns auch der Türklinken und Oberflächen. Das nicht Hände-Schütteln musste ich mir richtig eintrichtern, denn es war für mich für die Herstellung eines zugewandten, freundlichen Erstkontaktes bei einer Konsultation der wichtige Einstieg ins Gespräch.

 

Und noch zuletzt nicht vergessen, an der Luft hat das Virus keine lange Überlebenszeit und UV-Licht mag es nicht, also trotzdem rausgehen, wenn man nicht krank ist. Ich schreibe diesen Bericht an einem wunderschönen frühlingshaften Sonntag im viel zu warmen März. Draussen scheint die Sonne und die Osterglocken im Garten blühen mit ihren Gelbtönen, dass es eine Freude ist. Nehmen Sie achtsam dieses wunderbare Frühlingserwachen wahr.

Meinen Mitarbeiterinnen gehört an dieser Stelle ein sehr herzliches Dankeschön.

 

Ihre Frau Dr.med.Claudia Zuber-Bürgisser

Patienteninformation März 2020

Liebe Patientinnen, liebe Patienten, Begleitpersonen und andere Besucher

Meine Praxistätigkeit erstreckt sich schon über mehr als 30 Jahre. So habe ich die Berichte in den Medien über die Schliessungen der offenen Drogenszene vor 30 Jahren am Platzspitz und vor 25 Jahren am Bahnhof Letten in Zürich gelesen. Ich hatte den Bahnhof Letten auch persönlich besucht, das dort angetroffene Elend hat mich beeindruckt und hilflos gemacht.

Erinnerungen an viele Begegnungen mit Patienten aus diesen Jahren sind plötzlich wieder allgegenwärtig geworden. Einige von den damaligen hauptsächlich heroinabhängigen Menschen leben noch heute, z.T. sind sie noch in einem Methadonprogramm. HIV-Infektionen gab es auch, daran sind damals die Menschen auch verstorben. Hepatitis C wird heute bei diesen ehemaligen Drogenkonsumenten gesucht und festgestellt. Ich betreue auch Menschen, die sich sogar mittlerweile wegen einer Hepatitis C, der aufgetretenen Leberzirrhose und dem Leberzellkarzinom mit einer Lebertransplantation behandeln lassen mussten. Einige dieser damals jungen Patienten sind verstorben meist an einer Überdosis oder Folgekrankheiten, auch Suizide aus dieser schwierigen Lebenssituation heraus sind aufgetreten.

Damals kam ich auch in Kontakt mit den Mitarbeitern der Suchtpräventionsstelle, mit dieser arbeite ich bis heute eng zusammen. Vom damaligen Standort am Sandweg in Lenzburg, sind diese jetzt ins ehemalige Hero-Areal in Lenzburg gezogen (Suchtberatung ags Lenzburg, Niederlenzer Kirchweg 3, 5600 Lenzburg Tel. 062 891 44 05). Heute ist das Heroin nicht mehr Hauptthema, sondern es sind andere Drogen, vor allem Alkohol oder auch Spielsucht ein Thema. Die Anlaufstelle weist ein sehr niederschwelliges Angebot aus und wird von der öffentlichen Hand bezahlt. Betroffene und Angehörige können sich selber dort melden. Falls ich in der Praxis mit einem Suchtproblem konfrontiert werde, dann verweise ich häufig Leute an diese Stelle und bin für diese Zusammenarbeit sehr dankbar. Es braucht manchmal viel Geduld und Empathie bis man eine stabile Situation erreichen kann. Mir sind in dieser Zeit Menschen begegnet, die sehr sensibel und differenziert sind, schwierige Lebensgeschichten haben und sich, um den Alltag zu bewältigen Drogen beschafft haben. Verzweifelte Angehörige sind in die Praxis gekommen und mir wurde immer wieder bewusst, dass zwischen Wollen und Können Welten liegen. Die Krankheit bestimmt das Leben dieser Menschen und erst, wenn durch die Umstände, ihr eigener Wille zum Loskommen so gross geworden ist, dann gelingt der Ausstieg. Ich habe das Buch Platzspitzbaby gelesen und mir den jetzt kürzlich erschienenen Film angeschaut. Betroffen war ich vor allem durch die Schilderung der Rollen der Behörden, der Polizei und der Ärzte. Wir sind alle schlecht weggekommen und ich sehe mich noch bei den damaligen Sitzungen auch mit den sozialen Institutionen. Wir waren oft hilflos und hatten keine Möglichkeiten, gut Einfluss zu nehmen. Vielleicht schaut man mit der heutigen KESB wirklich schneller hin, weil sich ja jeder dort melden kann, wenn ihm etwas auffällt und dann muss eine Abklärung der Situation erfolgen. Ich erlebe auch heute Situationen, wo Kinder in Umständen leben müssen, die man eigentlich ändern müsste, oft hat man keine Handhabe. Ich habe aber generell den Eindruck, dass schneller hingeschaut wird als früher und die Hemmschwelle zum Annehmen von Hilfe kleiner geworden ist.

Nun noch Erfreuliches. Ich habe die Vertiefungsarbeit unserer Lehrtochter, Céline Weyeneth, im dritten Jahr in der Hand gehalten. Sie hat ein Kochbuch gestaltet. Hier hat es saisonale Rezepte mit den entsprechenden Tipps und ist ansprechend aufgezogen. So eine Leistung freut mich. Frau Weyeneth wird sich schon bald der Herausforderung der Abschlussprüfung, heute QV stellen müssen. Unser Team versucht die Auszubildenden tatkräftig zu unterstützen. Frau Sabrina Hotz ist aktuell unsere Verantwortliche für die Lehrtöchter.

Und wir erleben das Frühlingserwachen, zwar früh, in diesem Jahr, wo es keinen richtigen Winter gegeben hat, aber trotzdem ist es doch schön, die Winterlinge, Krokusse und Schneeglöckchen zu sehen. Gestern sind mir auf dem Ausritt im Wald auch schon die ersten Märzenblümchen (Huflattich) am Wegrand begegnet. Halten Sie die Augen offen für diese beglückenden Augenblicke.

Ihre Frau Dr.med.Claudia Zuber-Bürgisser

Patienteninformation Januar-Februar 2020

 

Liebe Patientinnen, liebe Patienten, Begleitpersonen und andere Besucher

 

Australien brennt, resp brannte, Vulkane brechen aus, bei uns fällt kein Schnee mehr und es ist für die Jahreszeit häufig zu warm. Wohin führt dieser Klimawandel wirklich. Tun wir alle, was wir können. Die EU-Präsidentin hat sehr viel Geld, ich meine es sei eine Billion Euro versprochen, um dem Klimawechsel gemeinsam entgegen zu treten. Wird das etwas bringen und nachhaltig sein. Ich hoffe es für unsere Welt. Im Kleinen versuchen wir hier auch zu wirken. Wir sammeln Abfälle, benutzen das Auto weniger, sparen Strom mit Abschalten des Lichtes und der Standby-Geräte. Sie sind ja sicher auch dabei. In Diskussionen mit verschiedenen Leuten stehe ich dann jeweils an, wenn man doch nicht so genau weiss, wohin die Plastikabfälle schlussendlich wandern und bald müssen wir für den Karton noch eine Gebühr bezahlen. Ich meine aber, dass es das Wichtigste ist, wenn wir aufmerksam bleiben und miteinander im Gespräch stehen, dann findet sich doch hier und dort eine neue gute Idee.

 

Schockiert war ich, als in Irak der hohe Militär Qasem Soleimani von der USA per Drohne ermordet wurde und sofort die Angst nach Krieg aufkam, die mit schweizerischer Diplomatie, gemindert werden konnte. So labil ist unser Weltsystem und die Weltgrössen treffen sich bald am WEF, wo das Netzwerken ja gross geschrieben ist, in friedlicher Atmosphäre. Hier bietet die Schweiz eine Plattform an, was ich toll für unser Land finde. Ich bin dankbar hier leben zu dürfen. Das Bild unserer Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga, so einfach auf dem Wochenmarkt in Bern anfangs des Jahres in den Medien hat mich berührt. Hier scheint vieles sehr sicher zu sein. Sind Sie übrigens auch ein Freund der Tageszeitung in Papierform. Ich bin hier stur, mein Tag verläuft nicht gut, wenn ich nicht mein Morgenritual mit Lesen der AZ in gewohnter Form einhalten kann. So hat es mich geärgert, dass diese Woche, eben diese AZ nicht pünktlich im Briefkasten war. Das Lesen auf dem Smartphone funktioniert ja auch, es ist aber einfach nicht dasselbe.

 

Beschäftigt hatte mich auch die Nachricht der Hacker, die wieder einige Firmen lahmgelegt hatten. Ich mahne dann jedesmal unsere versierte PC Verantwortliche Frau Daniela Zanga und frage nach unserem Stand. So hatten wir gerade eben eine PC Revision, ich nenne es mal so. Das hiess PC abschalten, nicht mehr betätigen, ich war so quasi einen Tag aus dem Spiel. Es hiess dann, morgens um 5 Uhr, sei alles okay. Als ich meine Mails und den Tag planen wollte, lief in dieser frühen Morgenstunde eben das besagte Programm nicht. Keine Internetverbindung hiess es auf dem Bildschirm. Das verursachte Herzklopfen bei mir. Schliesslich sollten wir ja um 7.00 Uhr starten können. Nach mehreren kläglichen Versuchen, die nicht erfolgreich waren, schaute ich in den Briefkasten, wo ich die Morgenzeitung nicht antraf. Dafür begegnete mir ein weisses Auto auf dem Parkplatz. Ich stellte fest, dass es von unserer Software Firma Vitodata war. Frau Zanga hatte ja am Vortag erwähnt, dass sie dem Techniker einen Praxisschlüssel mitgegeben hätte, falls irgendetwas nicht laufen würde. So begegnete ich im Serverraum dem Techniker unserer Softwarefirma. Dieser hatte die Fehlermeldung des nachts bekommen und war schnurstracks zu uns gereist, Standort Oberohringen, um das Problem zu beheben. Er war ebenfalls nervös, schlussendlich funktionierte aber alles zufriedenstellend. Ich war sehr erleichtert und auch dankbar für diesen Service von Vitodata. Schweizerische Präzision würde ich da mal sagen. Wenn das nicht läuft, dann sind wir einfach aufgeschmissen.

 

Sie sehen es gibt überall auch mal Situationen, die das Nervensystem strapazieren. Deshalb brauchen wir eine kurze Auszeit. Die Praxis bleibt vom 1.2. – 9.2.2020 für Sportferien ganz geschlossen. Uns wird es ins Berner Oberland ziehen.

 

 

Ihre Frau Dr.med.Claudia Zuber-Bürgisser