Patienteninformation Corona-Pandemie 3/2020

 

Liebe Patientinnen, liebe Patienten, Begleitpersonen und andere Besucher

 

Nun erobert das Corona Virus unsere Welt und hält uns täglich in Atem. Alle Nachrichten, alle Zeitungen, all unsere Gespräche  sind voll davon. Die medizinischen Einrichtungen, also auch Arztpraxen, sind mit diesem Virus konfrontiert. Ich möchte Ihnen die aktuellen Auswirkungen auf unseren Praxisbetrieb aufzeigen.

 

Unsere MPA`s sind aktuell die wichtigsten Mitarbeiterinnen. Sie besprechen mit den anrufenden Patienten die Situation. Grippale Symptome können natürlich eine Grippe, eine sonstige Erkältung ( andere Viren ) oder eben die Covid 19 Infektion bedeuten. Grippale Symptome sind Fieber, Husten, Halsschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl. Aktuell raten wir hier, nicht mehr an die Arbeit zu gehen und stellen auch grosszügig Arbeitsunfähigkeitsatteste für 5 Tage aus. Allerdings müssten wir das gemäss Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit gar nicht mehr tun. Hier sind wir aber auch im Wissen um die manchmal kritischen Hinterfragung am Arbeitsplatz konsiliant. Die Arbeitgeber sind gebeten, eine Absenz von 5 Tagen in der aktuellen Situation ohne Arztzeugnis zu akzeptieren.

Die üblichen Medikamente bei Grippe sollten die Krankheitssymptome lindern können, ich verweise auf Paracetamol ( Dafalgan, Benuron, Tylenol etc.), ggf. Hustensirup, Lutschtabl.. Alles kann rezeptfrei in der Apotheke bezogen werden. Bei Verschlechterung des Allgemeinzustandes, Husten, Fieber, vermehrte Atemnot sollten Sie sich unbedingt in der Praxis oder auf einer Notfallstation melden. Bitte nicht einfach hingehen, zuerst anrufen.

Auch der Aargauische Ärzteverband hat eine Corona Virus Hot Line mit einer Gratistelefon. Nr. eingerichtet  0900 401 501. Daneben gibt es die Notfall Nr. für den ganzen Kanton 0800 401 501 ( kostenpflichtig ) für die anderen medizinischen Probleme.

 

Wie es aussieht, wenn die Schweiz, resp. die Welt stillsteht, das werden wir in den nächsten Wochen erleben. Ich habe die Merkblätter zur Quarantäne und zur Selbstisolation gelesen und hoffe, dass ich eine solche Massnahme nicht anordnen muss. Das wird aber der Fall, sobald ein Corona Test positiv ausfällt, sei es bei einem Patienten, bei Mitarbeitern oder bei einem selber. Man weiss, dass die Krankheit wie eine Grippe verläuft, normalerweise also 4-7 Tage dauert, dann muss man anschliessend 2 Tage ohne Symptome sein, dann dürfte man wieder den normalen Tätigkeiten nachgehen. Leider gibt es die schweren Fälle, die mit einer schweren Lungeninfektion und Organversagen einhergehen, die evtl. eine Intensivstationtherapie mit künstlicher Beatmung notwendig machen. Man rechnet auch im Aargau mit diesen Fällen. Falls eine Patientenverfügung vorhanden ist, die besagt, dass keine Hospitalisation gewünscht wird, z.B. bei einer betagten Person, dann kann die Betreuung in der aktuellen Wohnsituation weitergeführt werden, das bedeutet z.B., dass jemand im Altersheim an einer solchen Lungenentzündung sterben könnte resp. dürfte.

 

Die Corona Testung werde ich gemäss neuestem Stand nur bei Patienten vornehmen, die wirklich krank sind und in die Praxis kommen müssen. Es geht auch um die Entscheidung, ist eine Hospitalisation notwendig oder nicht. Zudem sind Mitarbeiter im Gesundheitsbereich, z.B. Pflegefachleute bei Krankheitssymptomen zu testen. Diese sollten ihren Tätigkeiten bei Patientenkontakten nicht nachgehen, ich denke dabei an unsere Alters- und Pflegeheime, wo sich eben die besonders gefährdeten Menschen befinden. Sie dürfen erst wieder an den Arbeitsplatz zurück, wenn sie 48 Std. symptomfrei sind, dann sind sie Covid 19 immun.

 

Und Sie, resp. wir halten uns akribisch an die Hygienevorschriften, Distanz halten, kein Händeschütteln, Hände gründlich waschen, Niessen und Husten in ein Taschentuch oder die Ellenbeuge, Desinfektion der Hände und bei uns auch der Türklinken und Oberflächen. Das nicht Hände-Schütteln musste ich mir richtig eintrichtern, denn es war für mich für die Herstellung eines zugewandten, freundlichen Erstkontaktes bei einer Konsultation der wichtige Einstieg ins Gespräch.

 

Und noch zuletzt nicht vergessen, an der Luft hat das Virus keine lange Überlebenszeit und UV-Licht mag es nicht, also trotzdem rausgehen, wenn man nicht krank ist. Ich schreibe diesen Bericht an einem wunderschönen frühlingshaften Sonntag im viel zu warmen März. Draussen scheint die Sonne und die Osterglocken im Garten blühen mit ihren Gelbtönen, dass es eine Freude ist. Nehmen Sie achtsam dieses wunderbare Frühlingserwachen wahr.

Meinen Mitarbeiterinnen gehört an dieser Stelle ein sehr herzliches Dankeschön.

 

Ihre Frau Dr.med.Claudia Zuber-Bürgisser