Liebe Patientinnen und Patienten, liebe Angehörige, Begleitpersonen, Besucher

Nun ist der goldene Herbst zu Ende und erste Schneeflocken haben unser Dorf erreicht. Die ersehnte Feuchtigkeit mit ausgiebigem Regen und Schnee in den Bergen hat eine lange Trockenperiode beendet. Plötzlich war alles farbige Laub am Boden, Herr Bucher hat alles sorgfältig zusammengerecht und Schmocker Gartenbau hat es abtransportiert. Besen und Schneeräuminstrumente stehen bereit und der Schneepflug ist am Multifunktionsrasenmäher installiert. Vorweihnachtsstimmung ist bei mir eingetreten. Weil ich nach der Knieoperation noch in der Rekonvaleszenzzeit bin, konnte ich die Adventskränze gestalten und bin bereits am Vorbereiten der Weihnachtsgeschenke für meine Mitarbeiterinnen.

Ja nun bin ich selber Patientin gewesen. Man kann es auch als Selbsterfahrungskurs betrachten. Der Blickwinkel vom Patientenbett aus war für mich sehr eindrücklich und interessant. Ich hatte ja eine geplante Knieoperation mit Kniegelenksersatz. Zudem würde ich behaupten, rel. gesund und körperlich fit trainiert in diesen Eingriff hineingestiegen zu sein, aber es hat mich sehr mitgenommen. Der postoperative Blutverlust war erheblich und davon muss ich mich noch ganz erholen. Und solche Operationen mute ich meinen Patienten zu, das hat mich nachdenklich gemacht. So froh war ich um die Hilfe der Pflegefachpersonen in den ersten postoperativen Tagen. Ich habe in der Schulthessklinik sehr viele aufgestellte Migrantinnen mit breitem Schweizerdeutsch angetroffen, die mich umsorgt haben, das hat mich wirklich gefreut. Aber nun bin ich wieder besser auf den Beinen, kann im Haus schon ohne Gehstöcke herum laufen und Treppensteigen. Physiotherapie und Heimübungen sind aber angezeigt.

Tief betroffen war ich von den Attentaten in Paris. Im Spitalbett liegend konnte ich am TV die Ereignisse und die Diskussionen drum herum verfolgen. Ich hatte ja zusammen mit meiner Tochter Chantal Ende Oktober selber Paris besucht. Ich hatte mich dort sehr sicher gefühlt, hatte nie Angst. Diese lebensfrohe, von Kultur nur so überquellende Stadt, hatte mich beeindruckt. Im Gedränge der vielen Touristen unter dem Eiffelturm hatte ich noch zu Chantal gesagt, was passiert, wenn sich hier einer in die Luft sprengt, und schon ist es so passiert. Die Straßencafés dicht an dicht bestuhlt am Freitagabend, gut besucht, und wegen der immer noch warmen Witterung sassen die Leute draussen und einer kommt und schiesst um sich, unglaublich. Was wird hier noch auf die westliche Welt zukommen ?

Am 19.11.15 hat unser Praxisteam die jährliche Klausurtagung abgehalten. Wir haben das 2016 zusammen diskutiert und organisiert. Weiterbildungen sind geplant, so werden wir wieder Mitte Jahr einen Reanimationskurs durchführen. Die MPA`s werden einen Röntgenauffrischkurs machen und Brandschutz ist auch ein Thema.

Ab 1.1.2016 wird Sandra Fussen als Selbständige mit mir zusammen arbeiten. Ich freue mich sehr, dass es mir gelungen ist eine junge, von der Hausarztmedizin begeisterte und engagierte Kollegin ins Boot zu holen. Frau Fussen wird im März Mutter werden und so wird die Praxisfamilie also noch einen kleinen Erdenbürger dazu erhalten. Da wir ein sehr familiäres Team sind und eben auch die privaten Sorgen und Nöte Platz haben, sind wir sehr gespannt auf den Nachwuchs. Wie schon früher bei mir wird Sandra Fussen whs. von den Tips aus unserem Team und auch von Patientenseite ihr Kind auf seinem Lebensweg begleiten.

Nun wünsche ich Ihnen eine lichterfüllte Adventszeit, wir steuern ja schon auf die längste Nacht zu. Für die Weihnachtstage sollen beglückende Momente auf Sie warten und mögen Sie das kommende Jahr zuversichtlich in Angriff nehmen.

Ihre Frau Dr.med.Zuber-Bürgisser