Liebe Patientinnen und Patienten, liebe Angehörige, Begleitpersonen, Besucher
Der Frühling ist im Anzug, ich habe es gehört und gespürt, als ich heute durch den Wald geritten bin. Die Vögel sind wirklich munter und geben ihr Frühlingskonzert, zudem habe ich Bärlauch spriessen sehen und wenn dann neben den stürmischen Winden die Sonne aus den Wolken blickt, spürt man bereits ein bisschen Wärme. Was mir auch auffällt, dass die Tage deutlich länger werden, unsere Zeitschaltuhr für die Aussenbeleuchtung musste neu programmiert werden. Am Morgen ist es schon dämmerig und am Abend sogar noch hell, wenn wir mit der Arbeit fertig sind. Die Winterlinge in den Gärten strecken ihre gelben Köpfe, Schneeglöckchen und Krokusse erfreuen mich. Alles auch Zeichen, dass die Zeit ihren Lauf geht.

Am 16.Februar 2015 mussten wir, ich meine da ganz bewusst das ganze Praxisteam, von Grandmaman Zuber Abschied nehmen. Sie lebte ja schon einige Monate im Alterszentrum Obere Mühle in Lenzburg, weil sie zunehmend dement und gebrechlich geworden war. Plötzlich erwachte sie am Morgen nicht mehr und durfte dann innert 2 Tagen für immer einschlafen, so wie sie es sich gewünscht hatte. Sie hatte in der ganzen Zeit unserer Praxistätigkeit immer irgendwie mitgeholfen, früher Wäsche gemacht, Kinder gehütet, später beim Kochen mitgeholfen und ganz viele Rechnungen eingepackt. Sie ist 90 Jahre alt geworden und hat immer gesagt, dass bis 80 eigentlich alles gut gegangen sei, dann aber haben die körperlichen und geistigen Fähigkeiten nachgelassen und sie war zunehmend auf fremde Hilfe angewiesen. Sie hat mit uns und unserer Praxis gelebt und so sind wir alle traurig, aber auch dankbar, dass sie so sterben durfte. Am 26.2.15 an einem prächtigen Wintertag haben wir sie auf dem Friedhof in Reinach BL in die Ewigkeit entlassen. Wir sind davon überzeugt, dass sie sich hier mit ihrem geliebten Ehemann Hans wieder trifft. Er war ihr 2003 vorausgegangen, kurz vor dem geplanten Eintritt ins Pflegeheim. Unser Grandmi hat auch viel dazu beigetragen, dass mein Mann und ich diese Praxis getrost führen konnten. Wir sind ihr sehr dankbar und tragen alle diese schönen Erinnerungen mit uns weiter.

Die Grippewelle schwappt über die Schweiz, dieses Jahr ist es heftiger als auch schon. Viele Extrakonsultationen fallen täglich an. Die Leute mit Fieber und Husten halten wir nach Möglichkeit dem Wartezimmer fern, damit Sie nicht alle angesteckt werden. Das gibt auch Verzögerungen beim Warten. Bedienen Sie sich mit einem Buch oder einer interessanten Illustrierten, es liegt ein breites Angebot für Sie bereit. Es ergibt sich ja vielleicht auch die Möglichkeit für ein interessantes Gespräch. Bedenken Sie, dass oft 3 Ärzte am Arbeiten sind, deshalb geht es nicht immer der vermeintlichen Reihe nach. Sie dürfen sich aber bei unseren MPA`s nach dem Stand erkundigen und falls gewünscht, wird Ihnen auch ein Kaffee serviert.

Ich möchte Sie auch noch darauf hinweisen, dass es für uns ganz wichtig ist, Ihre Anschrift zu prüfen. Immer wieder passiert es, dass wir die neue Adresse oder Telefon Nr. nicht zur Verfügung haben und nicht auf Sie zukommen können, weil uns die Angaben fehlen. Bitte denken Sie daran, uns über Änderungen zu informieren. Ebenso ist es sehr hilfreich, wenn wir die Krankenkassenkarte zur Verfügung haben. Die moderne Technik macht es möglich, dass so problemlos beim Einlesen alle Daten abgespeichert werden, vorausgesetzt es funktioniert. Wir sind (leider) mittlerweile sehr IT abhängig geworden, mit allen Vor- und Nachteilen.

Und nun wünsche ich Ihnen den Frühlingstag, der sich gerade bietet, machen Sie die Augen auf, gleich um die Ecke wird etwas Blühendes zu sehen sein.

Ihre Frau Dr.med.Claudia Zuber