Liebe Patienten, Angehörige, Begleitpersonen und Besucher

Der Frühling hat Einzug gehalten, es blüht und wir hatten schon sehr warme Temperaturen. Wir konnten bereits im Freien essen und mussten sogar die Sonnenstore betätigen, da die Sonneneinstrahlung so intensiv war.
Diese Jahreszeit ist für mich immer wieder wundervoll, das Erwachen im Wald und Feld zu beobachten. Mit dem Pferd unterwegs ist es sehr eindrücklich und man kann das Wild beobachten. Der Hufschlag von Cedric und Duracell, unsere beiden Vierbeiner, interessiert die Rehe nicht besonders. So begegnet man denen wirklich fast Auge in Auge.

In den letzten Monaten hatte ich mehrfach die Gelegenheit mit der Palliativspitex zusammen zu arbeiten. Das war eine sehr bereichernde Erfahrung. Diese Fachfrauen haben eine hohe Kompetenz. Wir haben uns prima absprechen können. Die Palliativspitex ist aus der Onko Spitex, für Patienten mit Tumorkrankheiten gewachsen und ist jetzt in die normale Spitex integriert. Es gilt immer auch einmal daran zu denken, wenn es um eine Situation am Lebensende geht, hier ist Fachwissen und Begleitung sehr wichtig. Diese Dienste stehen nicht nur an Krebs erkrankten Patienten und Angehörigen zur Verfügung, sondern können auch von anderen Erkrankten, z.B. betagten Menschen und Ihren Hausärzten in Anspruch genommen werden.

Ende März hat der Ärztekongress in Arosa stattgefunden, wo ich für einen Nachmittag mit dem Leit-Thema Kommunikation verantwortlich war. Zusammen mit Spezialisten haben wir über Kommunikation bei Notfällen und bei Suchterkrankungen gesprochen und unser Wissen vertieft. Ganz interessant war das Thema des motivierenden Gesprächs. Bei Abhängigkeitsproblemen ist es entscheidend, den Betroffenen dort abzuholen, wo er steht und auf diesem Stand aufzubauen. So kann man vielleicht den Erkrankten motivieren, seine Suchterkrankung anzugehen. Niklaus Flütsch hat uns dann über das spezielle Thema der Transgender Menschen berichtet und uns gute Tips zum Umgang mit solchen Fragen gegeben. Es war eine sehr bereichernde Horizonterweiterung. Man hat ja nie ausgelernt.

An der Delegiertenversammlung des aargauischen Ärzteverbandes vor kurzem habe ich sehr eindrückliche Zahlen gesehen, die die Kosten im Gesundheitswesen resp. der immer wieder zitierte Prämienanstieg der Krankenkassen von einer anderen Warte aus betrachten lassen.

Die Krankenkasse Helsana hat eine Statistik gezeigt (öffentlich zugänglich und im Internet abrufbar) in denen die Kosten zwischen den Jahren 2006 bis 2014 in verschiedenen Bereichen analysiert wurden. Die Krankenkassenprämien sind in dieser Zeit monatlich um 100.—Fr. gestiegen, der Konsum um 325.—Fr., die Steuern um 370.—Fr. und die Ersparnisse um 715.—Fr. alles natürlich in Mittelwerten angegeben. Mich hat es trotzdem sehr erstaunt. Darüber wird nicht wirklich gesprochen. Wir konsumieren wieder mehr, bezahlen brav höhere Steuern und sparen noch dabei.

Ein weiteres Thema sind die Kosten für ambulante Eingriffe im Spital. Die Kosten der Eingriffe, die neu ambulant gemacht werden, werden zu Lasten des Patienten und seiner Krankenversicherung abgerechnet. Vorher musste der Kanton 55% der Kosten bezahlen. Diese Massnahme entlastet also ganz klar das Budget des Kantons ( ganze Schweiz betroffen ) und belastet die Krankenversicherung. Das heisst, der nächste Prämienanstieg ist vorprogrammiert und könnte auch höher ausfallen. Es sind deshalb politische Bemühungen im Gange, die um eine einheitliche Finanzierung von ambulanten und stationären Eingriffen bemüht sind, kurz EFAS genannt.

Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass wir uns in unserer Praxis für die Initiative gegen die Tabakwerbung einsetzen. Sie können sich bei uns informieren und mit Ihrer Unterschrift die Initiative unterstützen.

Ich wünsche Ihnen viel Freude an der Natur , wärmende Sonnenstrahlen und Begeisterung für all diese beglückenden Bilder, denen Sie unweigerlich begegnen, wenn Sie die Augen offen halten.

Ihre Frau Dr.med.Claudia Zuber-Bürgisser