Liebe Patientinnen, Patienten, liebe Begleitpersonen und Besucher

Die warmen Oktobertage sind endgültig vorbei. Heute sind bereits die ersten Schneeflocken bis ins Unterland getanzt. So lange wie dieses Jahr konnten wir noch gar nie draussen essen. Jetzt aber mussten die Kakteen versorgt und die Gartentische eingewintert werden. Die letzte Vollmondnacht war ganz klar und beim nächtlichen Ritt hat das Herbstlaub unter den Pferdehufen geraschelt. Tagsüber freue ich mich beim Blick nach draussen an den vielen farbigen Blättern, die beim Sonnenlicht so schön bunt leuchten. Einzelne unserer Ahornbäume färben sich auch rot und erinnern an den berühmten Indian Sommer. Ganz dankbar war ich, als endlich der erhoffte den Regen fiel, um unseren stark ausgetrockneten Boden zu befeuchten.
In der Praxis haben sich schon die ersten Patienten mit Infekten der oberen Luftwege eingefunden. Ich erinnere Sie daran, dass kleinere Infektionen auch selber behandelt werden können. Dämpfe, Honigmilch, Grippemittel, die selber in der Apotheke oder Drogerie gekauft werden können, helfen dabei. Es braucht immer etwas Geduld, so dauert es mit oder ohne Behandlung 4-7 Tage. Im Allgemeinen dürfen auch die Arbeitstätigen drei Tage zu Hause bleiben, bevor es ein Arbeitsunfähigkeitszeugnis braucht. Falls wir die Patienten kennen, stellen wir manchmal so ein Kurzzeugnis auch ohne Vorstellung in der Arztpraxis aus. Sie sind aufgefordert, sich in diesem Fall in der Praxis zu melden, telefonisch oder auch per Mail praxis.zuber@hin.ch.

Es ist der Zeitpunkt , wo wir unseren Patienten oft zur Grippeimpfung raten. Nationaler Grippeimpftag 9.11.18. An diesem Tag können Sie unangemeldet in die Praxis kommen, die Impfung wird von der MPA durchgeführt. Kostenpunkt 30.—Fr. Besonders empfohlen ist die Grippeimpfung den Senioren, den chronisch Kranken, den schwangeren Frauen und allen, die im medizinischen-pflegerischen Berufen arbeiten. Es geht nicht nur um den Selbstschutz, es geht auch um den Schutz der Umgebung, z.B. im Pflegeheim. Diese Institutionen bieten diese Impfungen den Mitarbeitenden häufig gratis an oder bezahlen diese, falls sie beim Hausarzt durchgeführt werden. Fragen sie doch ihren Arbeitgeber, falls es unklar ist. Bei einer richtigen Grippe, hohes Fieber, Glieder und Kopfschmerzen, oft auch Erkältungszeichen oder Magen-Darm-Beschwerden, muss man mit einer Krankheitsdauer von 4-7 Tagen rechnen.

Bezüglich Impfungen weise ich Sie auch noch darauf hin, dass die Zeckenimpfungen in der kühleren Jahreszeit problemlos durchgeführt werden können. Dieses Jahr hat es auch im Aargau unerwartet viele Frühsommer-Zeckenerkrankungen gegeben. Auch ich hatte im Bekanntenkreis 2 schwere Fälle erlebt und war froh, selber geimpft zu sein. Impfstoff ist genügend verfügbar. Um einen genügenden Schutz zu erhalten braucht es 3 Impfungen zum Zeitpunkt 0, 1.Mt. und 9-12 Monate. Zu erwähnen bleibt, dass der Impfschutz nach 2 Impfungen für die nächste Zeckensaison fast 100% beträgt. Also fragen Sie uns unverbindlich um Rat oder schauen in Ihren Impfausweis, ob ggf. eine Nachimpfung, 10 Jahre nach der letzten FSME Impfung notwendig ist. Oben habe ich erwähnt, dass die FSME Impfung aktuell verfügbar ist. Das ist nicht mehr selbstverständlich. Was in früheren Jahren eigentlich nie der Fall war, ist heute Realität. Unter dem Kostendruck überall, auch in den Herstellerfirmen, werden manchmal nicht laufend Impfstoffe hergestellt und die Lageranteile klein gehalten. Plötzlich gibt es einen Engpass. Bis ein LOT Impfstoff wieder bereit ist dauert es mehrere Monate. Aktuell besteht ein solchen bei der Tollwutimpfung, die bei Reisen, speziell nach Asien bei einem längeren Aufenthalt ( > 3. Mt. ) oder beruflicher Exposition notwendig ist. Wir Ärzte wurden orientiert, dass wir angehalten sind, nur wirklich gezielt diese Impfung durchzuführen. Falls sie eine Reise in tropische Länder planen, denken Sie auch an den Impfschutz. Wir führen gerne Beratungen diesbezüglich durch. Es geht nicht immer nur um die Impfungen, wir können auch mit Ratschlägen bezüglich, hygienische Massnahmen, Sonnenschutz, Insektenstichen oder Safer Sex Tips geben. Entsprechende Broschüren stehen Ihnen zur Verfügung. In diesen Gesprächen weisen wir auch darauf hin, dass der häufigste Grund für medizinische Probleme im Ausland nicht die Krankheiten sind, sondern die Unfälle. Speziell Verkehrsunfälle. So sind z.B. Fahrten im Verkehr, sei es selber, z.B. mit dem beliebten Roller, oder auch Bus- und Taxisfahrten durch die lokalen Anbieter als risikoreich einzustufen. Informieren Sie sich also gut. Beachten Sie die z.T.chaotischen Verkehrsverhältnisse in fremden Grossstädten und die oft misslichen Strassenzustände im Ausland.

Etwas neuer sind auch die Impfungen bezüglich Gebärmutterhalskrebs für junge Männer zu erwähnen. Diese Impfung ist jetzt offiziell auch im Schweizer Impfplan aufgenommen und wird in den Schulen angeboten. Vor dem 16 Lebensjahr sind es wie bei der Hepatitisimpfungen 2 Impfungen im Abstand von 6 Mt., zum späteren Zeitpunkt, braucht es drei Impfungen 0,2,6 Monate. Diese Impfungen werden für junge Frauen und Männer bis zum 26 Lebensjahr von der Öffentlichkeit, resp. dem Kanton, sprich Steuergeldern von Ihnen, übernommen. Es entstehen also keine direkten Kostenfolgen für die Impfwilligen. Wir sprechen auch junge Menschen auf diese Möglichkeit an.

Nun wünsche ich Ihnen viel Freude an den tanzenden Blättern mit ihrer Farbenpracht und wenig Nebel.

Ihre Frau Dr.med.Claudia Zuber-Bürgisser